Wie kann Schule angesichts migrationsgesellschaftlicher Heterogenität diskriminierungsfreie Bildung für alle gewährleisten? Was steht dem im Wege? Welche Ordnungen, Routinen und institutionellen Erwartungen müssen überprüft und angepasst werden?
Migrationsgesellschaftliche Heterogenität ist der Ist-Zustand an vielen sächsischen Schulen. Für Institution und Lehrpersonen stellt sich die zunehmende Diversität in den Klassen häufig als Herausforderung dar. Die Umsetzung von Unterrichtskonzepten, Zeitvorgaben und eingespielten Routinen erweisen sich als schwierig, zusätzliche Ressourcen fehlen.
Was für die Institution Schule als Mehrbelastung darstellt, bedeutet für die Schülerinnen und Schüler mit familiärer Migrationsgeschichte nicht weniger als eine Einschränkung ihres Rechts auf Bildung, der Entfaltung ihrer persönlichen Potentiale und damit auch ihrer Zukunftsperspektiven. Was kann, was muss Schule tun, um den gleichberechtigten Anspruch auf gute Bildung gerecht werden zu können? Unser Bildungsangebot nähert sich dieser Frage aus diskriminerungs- und rassismuskritischer Perspektive in drei Schritten:
1: Institutionelle Diskriminierung in Schulen (an)erkennen
Der erste Schritt ist es (an-) zu erkennen, dass Schule wie jeder andere Ort in unserer Gesellschaft kein von Diskriminierung freier Raum ist. Dabei werden Diskriminierungen nicht zwangsläufig als vorsätzliche Handlungen verstanden, vielmehr entstehen sie mittelbar durch Ordnungen, Routinen und institutionelle Erwartungen, die die Unterschiedlichkeit von Schülerinnen und Schüler nicht in ausreichendem Maße berücksichtigen. Wie können Fälle institutioneller Diskriminierung und Rassismus erkannt werden?
2: Wirkungs- und Reproduktionsweisen von Rassismus und anderen Diskriminierungen in Schulen reflektieren
In einem nächsten Schritt geht es darum, zu verstehen, wie Diskriminierungen – und im Kontext von Migration insbesondere Rassismus – wirken und durch unreflektiertes Handeln reproduziert werden. Dabei erfolgt die Betrachtung von Ausschlussmechanismen auf verschiedenen Ebenen – interpersonal, institutionell und strukturell - anhand von Beispielen aus dem Schulkontext.
3: Institutioneller Diskriminierung und Rassismus in Schule dauerhaft entgegenwirken
Im dritten Schritt begeben wir uns auf die Handlungsebene. Wie können Fälle institutioneller Diskriminierung und Rassismus erkannt und professionell begleitet werden? Was und wen braucht es für den Auf- und Ausbau von Strukturen, um institutionelle Diskriminierung und Rassismus in Schulen zu adressieren und zu bekämpfen? Wie kann pädagogisches und schulisches Handeln Empowermentprozesse von rassismuserfahrenen Schülerinnen und Schüler stärken? Mit welchen Schwierigkeiten und Widersprüchen ist diese Arbeit verbunden und was kann uns trotzdem gelingen?
Die Fortbildung basiert auf der Publikation »Bildung - für alle?! Kritische Impulse für eine inklusive Schule in der Migrationsgesellschaft. Ein Dossier«, das im Rahmen des Projektes »Migration-Flucht-Bildung. Bildungsorte einer sich öffnenden Stadt« der LAG pokuBi Sachsen e.V. entstand.
Landesarbeitsgemeinschaft politisch-kulturelle Bildung Sachsen e.V.
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Die Veranstaltung kann als 1- oder 2-tägige Fortbildung (in Präsenz oder online) angeboten werden und wird i.d.R. von zwei Referentinnen und Referenten gemeinsam durchgeführt